OKR vs. KPI: Warum Du OKRs einführen solltest?

OKR vs. KPI: Warum Du OKRs einführen solltest?

Du kennst es vielleicht: Du sitzt in einem dieser Meetings, die regelmäßig stattfinden und in denen alle Mitarbeiter zu Neuheiten in den verschiedenen Abteilungen informiert werden, und plötzlich hörst du nur noch, dass jede Abteilung von OKRs spricht. Es scheint wohl im Trend zu sein, OKRs einzuführen und dies allen mitzuteilen. Und du fragst dich, was ist das überhaupt und warum macht das auf einmal jeder?

In diesem Blogpost erzähle ich dir, weshalb OKRs so beliebt sind und weshalb auch du es unbedingt einmal ausprobieren solltest.

Fangen wir mal ganz vorne an…

Was bedeutet OKR überhaupt?

OKR steht für Objectives and Key Results. Prima – und nun?

Die Einführung von OKRs ermöglicht es einer Organisation agiler zu werden, mehr Transparenz zu schaffen, sich auf die unmittelbar wichtigen Ziele zu fokussieren und die Motivation der Mitarbeiter zu steigern.

Das Objective wird dabei als qualitatives Ziel formuliert und wird damit als stark motivierend angesehen. Die Key Results dagegen werden als quantitative Ziele formuliert, um diese messbar zu machen.

 

Zur Veranschaulichung gebe ich dir ein Beispiel

Du bist der Besitzer einer Pizzeria im Glockenbachviertel und du möchtest deine Beliebtheit steigern.

Folgendermaßen könntest du nun dein Objective inklusive Key Results formulieren:

OKR oder KPI einführen blogpost

 

Objective: Pizzeria mit der höchsten Kundenzufriedenheit im Glockenbach bis zum Ende des Jahres

Key Results :

1: Beste Bewertung der Kundezufriedenheit aller Pizzerien im Glockenbach bei Portal X

2: Steigerung der aktuellen Zufriedenheitsbewertung von 3,9 auf 4,5 Sterne bei Google-Bewertungen

3: Erhöhung der Stammgastquote von 40 % auf 50 %

 

Ziemlich simpel, oder?

Und einige Vorteile bringt die Sache auch noch mit sich.

die Vorteile

Du kennst bestimmt die Problematik mit den Neujahrsvorsätzen. Meistens sind das Ziele wie „Gesünder essen“, „mehr Sport machen“, etc.

Eine Studie hat ergeben, dass drei Viertel der Vorsätze scheitern.

Warum ist das so?

Wie du siehst, haben diese Ziele keine messbaren Key Results und auch keine zeitlichen Angaben enthalten. Demnach ist es schwierig zu messen, wann das Ziel als erfüllt gilt. Was bedeutet es denn „mehr Sport“ zu machen? Wann habe ich das Ziel erreicht?

Man neigt auch gerne dazu, die Ziele immer weiter in das Jahr hinein zu verschieben und Ausreden zu finden, weshalb man noch nicht damit angefangen hat, denn schließlich hat man ja bis zum nächsten Silvester Zeit dafür.

Also was hilft nun dabei, deine Ziele zu erreichen?

  • Transparenz: Teile deine Ziele mit deinem Team, damit alle in die gleiche Richtung laufen
  • Messbare Key Results: Formuliere deine Key Results so, dass sie quantitativ messbar sind, damit du eine Anleitung hast und genau weißt, wann das Ziel erfüllt ist
  • Zeitliche Vorgaben: Setze dir eine zeitliche Vorgabe, damit du dein Ziel nicht aus den Augen verlierst, sondern weiter verfolgst
  • Fokus: Richte den Fokus auf unmittelbare wichtige Ziele innerhalb eines kurzen Zeitraums. Damit bleibst du fokussiert und erreichst in kleinen Schritten dein Ziel
  • Adaption: Reflektiere deine Ziele in regelmäßigen Abständen und passe sie entsprechend an
  • Kurzfristige Ziele: Formuliere deine Ziele am besten quartalsweise. So bleiben sie überschaubar und leichter zu verfolgen

Vielleicht denkst du nun, ich nutze bereits KPIs, da sind doch OKRs überflüssig?

KPIs vs. OKRs

Das ist nicht ganz richtig. KPIs und OKRs können sich sinnvoll ergänzen, aber KPIs sollten nicht OKRs ersetzen.

KPI steht für Key Performance Indicator und wie es der Name schon verrät, werden KPIs dafür verwendet, Leistungen zu messen. KPIs sind quantitativer Natur und orientieren sich am Output während OKRs qualitative Ziele abbilden und sich am Outcome orientieren.

{Kleiner Exkurs: Output vs. Outcome

Output heißt übersetzt Ausgabe und beschreibt, welches Arbeitsergebnis mit einer konkreten Aktivität erzielt wird. Dabei geht es um alle sichtbaren bzw. materiellen Erzeugnisse. Im Scrum-Umfeld wäre Output beispielsweise die Anzahl an erreichten Tickets in einem Sprint.

Outcome heißt übersetzt Ergebnis und beschreibt den tatsächlichen Mehrwert, der durch eine konkrete Aktivität gestiftet wird. Im Scrum-Umfeld wäre Outcome die Frage danach, ob das Sprintziel erreicht wurde.

Zusammengefasst heißt das: Outcomes sind Ziele, die du mit deinem Unternehmen erreichen möchtest und der Output ist das Resultat aus konkreten Aktivitäten oder Initiativen, die du unternimmst, um auf dem Weg zum Erreichen dieser Ziele voranzukommen.}

OKR oder KPI einführen

KPIs sollten somit als Teil von OKRs genutzt werden, denn damit kann ich meine Key Results abbilden und messen. Um auf das Beispiel von vorhin zurückzukommen: So wäre mein KPI für das Key Result 2: „Steigerung der aktuellen Zufriedenheitsbewertung von 3,9 auf 4,5 Sterne bei Google-Bewertungen“ die Anzahl der Sterne meines Restaurants bei Google.

Lass uns noch einen kurzen Blick in den Unternehmenskontext werfen.

Jede Organisation hat eine Vision und meistens so etwas wie einen 5-Jahres-Plan.

Als Individuum einer solchen Organisation ist es meistens sehr schwer, seinen eigenen Beitrag in Bezug auf die Vision und den 5-Jahres-Plan zu verstehen und den Wert darin zu erkennen.

Wenn ich nun aber hergehe und mir und meinem Team kleine, kurzfristige Ziele mit Schlüsselerfolgen setze, die in Richtung Vision führen, weiß jeder, welchen Beitrag er leisten muss, um der Vision näher zu kommen. Damit erreichen wir höhere Motivation und mehr Agilität, denn wir bewegen uns transparent und in kleinen Schritten auf das „große“ Ziel zu. Wir sind auch in der Lage je nach Einflussfaktoren auf unsere Zielsetzungen zu reagieren und diese anzupassen.

Versuch es mal und komm gerne auf mich zu, wenn ich dir dabei helfen kann oder um deine Erfahrungen mit OKRs mit mir zu teilen! Ich freue mich drauf!

Hier finden Sie mehr Informationen über unserer Leistungen 😉

Artikel von Andrea Folger