Auf ein Flat White mit Pascal

Servus Pascal, was machst du genau in der anarcon?

Servus Dani! In der anarcon bin ich im Business Consulting und habe dort auch Verantwortlichkeiten und führende Aufgaben. Die Themen sind sehr unterschiedlich. Ich bin im Account Management tätig, das heißt ich darf Kunden betreuen, Kunden aufbauen, Neukunden gewinnen und Pitchen beim Kunden. Ich bin aber auch in Projekten operativ tätig und bin Teil mehrerer Teams bei einem unserer großen Kunden. Meine Hauptaufgaben sind in der klassischen Management Beratung und Methodenberatung im Sinne von agiler Transformation. Nebenher unterstütze ich natürlich auch unser Marketing Team, Recruiting und bespreche mit Volker (Geschäftsführer) unsere Strategie.

Warum bist du Consultant geworden?

Die abwechslungsreiche, fordernde Arbeit, welche ein hohes Maß an Eigenständigkeit und Lösungskompetenz erfordert, passt perfekt zu meinen Stärken. Dazu kommt noch, dass ich durch den direkten Kontakt in das Senior Management unserer Kunden auch eine ganzheitliche Sicht auf die jeweiligen Organisationen bekomme. Das Reisen macht normalerweise auch einen Teil unserer Arbeit aus und ist gleichzeitig auch eines meiner liebsten Hobbys.

Wie schaut ein normaler Arbeitstag bei dir aus?

Da es häufig vorkommen kann, dass ich sehr viele unterschiedliche Themen am Tag habe, ist es für mich besonders wichtig mich in der Früh als Erstes zu organisieren. Dabei erstelle ich mir ein Tagesbacklog mit Kanban und priorisiere dort dann alle Aufgaben des Tages. Ich versuche mir hierbei immer die Frage zu stellen: „Was bringt unseren Kunden den größten Mehrwert?“. Ab ca. 9 Uhr geht dann das Tagesgeschäft mit unterschiedlichen Projekten und Meetings los. Woran ich aktuell noch arbeite, ist ein kleines Recap/Retro am Abend, um den Tag Revue passieren zu lassen und aus den Erkenntnissen zu lernen.

Wie ist die Unternehmensstruktur in der anarcon?

Wir bei der anarcon haben kaum bis gar keine Hierarchien. Wir haben eine logische, rechtliche Hierarchie und das ist unser Geschäftsführer Volker. Darüber hinaus haben wir Prokuristen, wo ich auch einer davon sein darf. Diese vertreten das Unternehmen in wichtigen vertraglichen Fragen. Teams bilden sich fachübergreifend zu bestimmten Projekten oder Tools. Verantwortliche gibt es natürlich in den einzelnen Teams auch. Diese sind in der Praxis meistens unsere Accounts Heads, die für die Kunden zuständig sind.

Wie funktioniert der Gedanke der eigenverantwortlichen Teams? 

Die gemeinsame Mission fördert die Frage, wer welche Stärken einbringen kann. Es gibt Menschen, die gerne Verantwortung übernehmen und es gibt Menschen, die lieber im Hintergrund arbeiten. Durch die Eigenverantwortung der Teams hinterfragen sich die Teams auch selbst viel mehr und finden so unter erhöhter Motivation ihren ganz eigenen Lösungsansatz. So bilden sich unsere interdisziplinären Teams und das funktioniert meiner Meinung nach sehr gut.

Wie läuft die Remote Arbeit? Vor allem in den letzten zwei Jahren?

Sowohl im Kundenumfeld als auch intern hat sich schon sehr viel getan. Man ist mittlerweile ständig in Calls und macht nahezu fast alles virtuell. Das hat natürlich den Vorteil, dass man effizienter arbeiten kann, da man sich viele Wege spart. Dies gibt den Menschen auch mehr wirkliche Freizeit und Raum für Erholung. Die Remote Arbeit an sich bietet einfach mehr Freiheiten für Kolleg:innen mit Kindern oder für reisefreudige Menschen wie mich. Ich reise beispielsweise auch gerne mal am Donnerstag nach der Arbeit in eine andere Stadt und arbeite dann am Fre

itag Remote.

Schwierig finde ich es allerdings, dass sich eine Arbeitsweise einstellt, die aufgrund der extremen Effizienzoptimierung nur wenig Raum für Kreativität und konzentrierte Arbeit zulässt. Teilweise habe ich zwischen Calls keine Zeit, um das vergangene Meeting nachzubereiten oder mir mal einen Kaffee zu holen. In vielen Unternehmen gibt es schon gewisse Regeln, damit sich das ein wenig bessert. Zum Beispiel finden Meetings immer nur um 15 nach statt oder es werden Meeting-freie Vormittage eingeführt. Diese Ideen werden in meiner Beobachtung vor allem in Enterprises derzeit noch nicht mit der erforderlichen Disziplin umgesetzt, aber der Ansatz ist auf jeden Fall der richtige.

Das Thema Vertrauen spielt im Kundengeschäft eine zentrale Rolle und ist in Remote Zeiten deutlich schwieriger aufzubauen, da es einfach weniger persönlichen vor Ort Kontakt zum Kunden gibt. Vor der Pandemie ist man noch öfter gemeinsam Essen gegangen oder konnte die Kundenbindung durch Events stärken. Diese Sachen gehen mir in der Remote Arbeit ein bisschen verloren. Ich wünsche uns sehr, dass es bald wieder eine gesunde Balance zwischen wertvollem, persönlichem Kontakt und den neu erkannten Vorteilen der Remote Arbeit gibt.

Gibt es bei dir besonders stressige Tage? Wenn ja wie gehst du damit um?

Tatsächlich ist das Belastungslevel in unserem Geschäft meistens etwas höher, weswegen ich meine Tätigkeiten wie bereits angesprochen, in der Früh sorgfältig nach Wichtigkeit priorisieren muss. Dabei konzentriere ich mich meist auf die drei für unser Unternehmen wichtigsten Aufgaben des Tages – so gerate ich oftmals erst gar nicht in potenziell stressige Situationen, weil ich weiß welche Themen vorrangig zu bearbeiten sind.

Es gibt auch noch einige effektive Zeitmanagement Methoden, die ich sehr empfehlen kann. Bei der Pomodoro-Technik beispielsweise geht es darum den Tag in 25 Minuten Arbeitseinheiten (für ein Thema!) einzuteilen, damit man eine Balance aus konzentriertem Arbeiten und Pausen hat. Oder meine Lieblingsmethode „Eat the frog“, bei welcher man mit der unangenehmsten Aufgabe des Tages startet um danach mit hoffentlich mehr Leichtigkeit an die weiteren Themen zu gehen.

Ein gewisses Maß an Gelassenheit kann ich sowieso nur jedem empfehlen. Nicht alles persönlich nehmen, nicht alles auf die Waagschale legen. Das ist aber zugleich auch meine größtes Wachstumsfeld, da ich mich als sehr ambitionierten Menschen beschreiben würde.

Gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten?

Das Thema Weiterbildungen und Training ist unglaublich wichtig, da es neue Türen in der Arbeitswelt öffnen kann. Ich blocke mir gerne mal am Freitag oder an Randzeiten eine Stunde, um Trainings beispielsweise via LinkedIn Learning oder Udemy zu absolvieren. Ich möchte jeden dazu ermutigen die eigene Weiterentwicklung nicht zu vernachlässigen und sich Inspiration für Innovation zu suchen, aber auch das hat wieder sehr stark mit dem Priorisieren von Aufgaben zu tun.

Vielen Dank für deine Zeit, Pascal!